Spinnen und mehr bei Jörg Dallmann

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Theraphosa blondi


Herkunft: Brasilien, Venezuela, Guyana

Lebensart: bodenbewohnend

Körpergröße (ohne Beine): 10 cm eine der größten Vogelspinnen

Wesensart: sehr aggressiv, attackiert selbst größere Feinde, lichtscheu

Beschreibung: Diese Spinne ist durchgehende kastanienbraun bis schwarz gefärbt. Die Spinne wird sehr schwer und groß

Terrarium: Aquariumumbau 60 x 30 x 30 - da eine Theraphosa sehr groß wird, gab es oftmals das Problem, daß das Tier in einem herkömmlichen Terrarium mit den Beinkrallen im Gazegitter hängen blieb. Das kann zum Verlust eines Beines aber auch zum Tod der Spinne führen. Besser geeignet ist ein Aquarium. Man kann einen Terrariendeckel kaufen, die es passend für Aquarien im guten Zooladen gibt. Ebenso kann man auch selber einen Deckel mit Lüftungsgittern basteln. Dabei sollte der Deckel nicht zu einfach hochgedrückt werden können. Eine Theraphosa kann ungeheure Kräfte freisetzen und den selbstgebastelten Deckel hochdrücken und entkommen. Ich habe meine Abdeckung bei den Blondi-Terrarien deshalb mit Gewichten beschwert, denn auch mir ist mal eine große Theraphosa ausgebüchst. Zum Glück lernt man aus Fehlern und ich konnte die Spinne recht einfach in der Wohnung wiederfinden (bei der Größe auch nicht schwierig). Trotzdem gilt Vorbeugen ist besser als "Nachbeugen". Beschwert den Deckel und gönnt Eurer Blondi einen Aquarienumbau. Die Spinne wird es Euch danken. Auf große Lüftungsflächen im Deckel ist zu achten.

Einrichtung: Erde etwa 10 cm in das Terrarium einfüllen und andrücken. Die Höhe der aufgeschichteten Erde kann sogar eher noch größer ausfallen. Das hat den Vorteil, daß die Spinne, wenn sie im Terrarium (Aquarium) zu klettern beginnt und abstürzen sollte, nicht sehr tief fällt. Denn ein Fall aus größerer Höhe kann für eine gut ernährte Spinne den Tod bedeuten. Mitunter kommt es vor, daß das Abdomen aufplatzen kann oder die Spinne an inneren Verletzungen qualvoll eingeht. Deswegen lieber etwas mehr Erde in das Terrarium geben. Ich habe 15 cm Erde eingefüllt und 15 cm bis zum Deckel "Luft". Das reicht aus. Ebenso sollt auf eine Beleuchtung verzichtet werden, denn wer "Theraphosa" einmal übersetzt weiß, daß der Name so viel wie: "dem Licht abgewandt" bedeutet. Eine Theraphosa sucht meist den dunkelsten Platz im Terrarium. Trotzdem läßt sie sich gut beobachten. Man kann die Beleuchtung zur Fütterung ja manuell einschalten. Das sollte aber auch genügen. Ein entsprechend großes Versteck und ein immer gefüllter Wassernapf muß vorhanden sein. Kletteräste - bloß nicht (Absturzgefahr!). Die erhöhte Luftfeuchtigkeit erreicht man durch regelmäßiges Sprühen. Aber bitte keine beschlagenen Scheiben von innen. Auch für eine gute Durchlüftung ist zu sorgen (im Deckel) - keine Ventilatoren und so einen Quatsch. (Habe ich schon alles gesehen). Der Boden sollte feuchter sein, wobei die Ecke mit der Trinkschale den feuchtesten Platz darstellt und die andere Ecke des Terrariums ruhig trockener sein darf, damit die Spinne sich aussuchen kann wo sie sich aufhält. Ihr seht, es gibt einiges zu beachten. Aber wenn man diese Ratschläge befolgt, steht der Haltung der größten Vogelspinnenart (zusammen mit apophysis) nichts mehr im Wege.

Eignung: Für den couragierten Fortgeschrittenen Spinnenhalter oder Profi geeignet. Die Anforderungen der Spinne an Durchlüftung, Luftfeuchtigkeit und Terrariumkonstruktion sind das größte Übel. Aber auch die Aggressivität ist von einer ganz speziellen Sorte. Man sollte mit dem Tier vorsichtig hantieren und es nach Möglichkeit nicht aus dem Terrarium nehmen. Das bedeutet nur Stress für die Spinne und ein Biss einer Theraphosa tut mächtig weh. Wenn man das Terrarium säubern will, dann immer mit einem Auge auf die Spinne. Auch wenn sie groß und schwerfällig wirkt, sie ist trotzdem schneller, als die Hand ihres Halters. Ich reinige die Scheiben immer wenn die Spinne in der Höhle sitzt und außer Reichweite meiner Hand. Futterreste lassen sich bequem mit einer langen Pinzette entfernen. Ich würde jedem Anfänger in der Spinnenhaltung dazu raten erst Erfahrungen mit einer friedlicheren Art zu sammeln und wenn weiterhin Interesse besteht und ein wenig Erfahrung da ist sich der Theraphosa zu widmen. In jedem Fall ist diese Spinne wegen ihrer Größe und Aggressivität sehr spannend und beeindruckend. Aber von dem Tier will ein jeder Halter auch möglichst lange etwas haben.

Mein abgebildetes Tier ist ein mehrere Jahre altes Weibchen mit etwa 9 cm Körpergröße und einer Beinspannweite um die 26cm. Es handelt sich um ein Weibchen, daß sich mittlerweile nur noch alle 1,5 Jahre häutet. Das Abdomen ist recht groß, in etwa Tischentennisballgröße. Ich halte noch einige weitere Theraphosa blondis in den unterschiedlichsten Größen. Dabei dokumentiere ich anhand von Schaukästen das Wachstum.

                           

    Terri meiner T. Blondi 12/06                            vor dem Unterschlupf 12/06                                       Portrait 12/06

                           

  aus der Sicht der Beute 12/06                     Größenvergleich mit Handy 12/06             Tischtennisball großes Abdomen 12/06

                           

  Eine dicke Dame beim klettern                        Die Vorderbeinpaare sind..                       ..ca. 10 cm lang und reichen vom..

                           

   ..Dach bis zum Boden 12/06                             Im Versteck getarnt 12/06                         Im Versteck aus der Nähe 12/06

                           

Beuteklumpen aus 6 Heimchen 12/06          Wiederaufnahme der Beute 12/06                        volle Beinspannweite 12/06

                           

              Häutung 04/07                                        aufgeplatze alte Haut 04/07                    Beine kommen zum Vorschein 04/07

                           

      auch der Hinterleib 04/07                             endlich die Beine frei 04/07                          noch weiche Chelizeren 04/07

                           

     H. nach 12h geglückt 04/07                         21cm Beinspannweite danach               Nahrungsaufnahme nach 1/2 Jahr 07/07

                           

           nach ca. 25 Insekten eine ausgewachsene Maus erbeutet 07/07                          Einspinnen der erbeuteten Maus zum..

                           

 ..Schutz vor Fressfeinden 07/07              Kopf der Maus noch zu erkennen 07/07               von hinten Aufgenommen 07/09

                           

  stark ausgesaugte Maus 07/07                Restebeseitigung im Wasserteil 07/07                  Wasser austauschen! 07/07