Spinnen und mehr bei Jörg Dallmann
Arteninfo/ Spinnenbestand:

Acanthoscurria geniculata

Brachypelma albopilosa

Brachypelma boehmi

Brachypelma emilia

Brachypelma smithi

Brachypelma schroederi

Chilobrachys guangxiensis

Cupiennius salei

Cylosternum fasciatum

Heteropoda boiei

Megaphobema robustum

Nephila edulis

Poecilotheria fasciata

Poecilotheria regalis

Psalmopoeus cambridgei

Psalmopoeus irminia

Theraphosa blondi
Herkunft: Australien
Lebensart: baumbewohnend
Körpergröße (ohne Beine): 2,5 cm
Wesensart: sehr ortstreu, spinnt ein Radnetz, wo sie ein Leben lang verweilt, flüchtet bei Gefahr ins Blätterversteck
Beschreibung: die Spinne ist eine sehr typische Radnetzspinne, ihre Fäden gelten als mit die Stärksten, Spinne hat ein schönes glänzendes Silbergrau am Abdomen, was sehr schimmert
Terrarium: 50 x 50 x 50 am Besten freie Haltung in einem Wohnraum
Einrichtung: Im Terrarium für viele Kletteräste sorgen und Borke als Bodengrund. Der Bodengrund spielt allerdings keine große Rolle, da die Spinne ständig im Seidennetz oder im Versteck in den Ästen haust. Eine Wasserschale zum trinken ist darum auch nicht nötig. Lieber jeden Tag mit einer Zerstäuberflasche in das Spinnennetz sprühen. Sie Spinne trinkt aus den Wassertropfen.
Man kann die Spinne ebensogut auf der Fensterbank in einer größeren Blume aussetzen. Keine Angst die Spinne wird sich in der Nähe ein Radnetz bauen, in das man später hineinfüttert. Dabei ist darauf zu achten, wo die Spinne hinkotet. Der Kot ist stark schädlich für Möbel und nicht jeder mag einen vollgesch.. Teppich. Bei mir hat die Spinne ständig auf die Fensterbank gekotet und dort konnte man den Kot leicht entfernen. Was ebenfalls zu bedenken gilt: Wenn bei einer Raumhaltung mehrere Radnetzspinnen gehalten werden, ist nicht auszuschließen, daß irgendwann ein Kokon gebaut wird und Jungtiere schlüpfen. Mich würde das sicher mehr freuen, als stören, aber nicht jeder mag eine Wohnung, in der in jeder Ecke eine australische Radnetzspinne haust.
Eignung: Für den couragierten Fortgeschrittenen oder Profi geeignet. Wie oben schon beschrieben stellt die Spinne gewisse Herausforderungen in der Größe des Terrariums bzw. bei einer Freihaltung an ihren Halter. Die Radnetze können durchaus einen Meter in der Fläche haben und man sollte Fingerspitzengefühl und Erfahrung mit anderen Spinnen mitbringen. Auch nicht zu vergessen ist, daß die Spinne einmal täglich Wasser braucht, daß man mit der Sprühflasche ins Netz sprüht. Ihre Toxität ist als ungefährlich einzustufen.
Mein Tier kaufte ich als mittelgroßes Weibchen, mit einer Beinspannweite etwas mehr als einer Euromünze von einem Züchter. Das Tier ist ein Weibchen, das selbst nachgezüchtet wurde. Der Beweis, daß die Spinne nicht toxisch für den Menschen ist, sah ich, als der Züchter die Spinne einfach mit der Hand aus dem Gemeinschaftsbecken nahm, um sie in ein Döschen zum Transport zu setzten (Vinmann eben...). Die Haltung, frei im Keller gestaltet sich für den Züchter als sehr gut. Die Spinnen sind sehr ortstreu und machen sich wie ich finde auf der Fensterbank in den Blumen besser, als im Terrarium. Ich halte es außerdem für sinnvoll, da die Spinne größere Radnetzte baut.
Nach dem Erwerb meines Spinnenweibchens setzte ich dieses wie auf den Bildern zu sehen ist auf eine größere Zimmerpflanze. Dort stieg es von Blatt zu Blatt und sponn sich Orientierungsfäden. Nach 2 Tagen war dann plötzlich über Nacht das Radnetz zwischen den Blättern fertig gestellt worden. Ich versuchte gleich eine erste Fütterung mit Heimchen der Größe 4. Die sind kein Problem. Ich gehe davon aus, daß Größe 6 auch ohne Probleme angenommen wird. Die Spinne ist sehr schnell bei der Beute und hat sie ziemlich schnell durch ihr Toxin getötet und eingesponnen. Das Netz von Nephila ist ziemlich stark, ähnlich das der deutschen, heimischen Radnetzspinnen. Dabei sind einzelne Fäden gelblich schimmernd.
Nach 2 wöchiger Fütterung und einem prallen Abdomen hat Nephila ihr Radnetz nach und nach abgerissen. Tage später hat sich heraus gestellt, daß sie das tat, um ein größeres Radnetz zu spinnen.
Nach 2 Monaten, verläßt Nephila ihr Radnetz plötzlich. Ich finde sie mit prallem Abdomen unterhalb eines Blattes wieder (siehe untenstehende Bilder). Ich gehe zunächst davon aus, daß die Spinne sich häuten wird und schenke dem Geschehen nicht sehr viel Beachtung. Tage später erinnere ich mich und schaue was das Weibchen macht. Sie hängt wieder in ihrem Radnetz, allerdings ist das Abdomen sehr viel kleiner. Ich will Häutungsreste unter dem Blatt suchen, da erst springt mir ein Kokon ist Auge, der zwischen ein paar Zweigen und Blättern gesponnen wurde! Der Kokon ist gelblich und von einer dermaßen starken Spinnseide gewoben worden, daß man den Eindruck den Eindruck bekommen könnte, daß dieser aus den starken Fäden einer Heißklebepistole stammt! Ich bin ziemlich überrascht über diese Art von Spinnseide, die ich bei Vogelspinnen noch nicht gesehen habe. Die Fäden sind äußerst dick und ich verstehe erstmals, warum Aborigines die Fäden einiger in Australien beheimateten Nephilaarten als Fischerleine verwenden.
Die Bilder zeigen, daß ich mich dazu entschlossen habe den Kokon samt Zweig abzuschneiden, um bessere Bedingungen zum Entwickeln zu schaffen. Außerdem ist es mir lieber die jungen Spiderlinge in einer Heimchendose zu haben, als frei im Wohnzimmer. Ich weiß auch noch nicht, wie viele Spiderlinge bei Nephila edulis durchschnittlich schlüpfen und wie groß diese sind. Männchen aller Nephila spec. sollen generell erheblich kleiner sein, als Weibchen. Ich mache mich wie man in den Bildern sieht also daran den Zweig zurechtzuschneiden. Eine Heimchendose präpariere ich mit ein wenig Seramis zum Halten der Feuchtigkeit und darüber lege ich einfach ein mehrfach gefaltetes Stück Küchenpapier. Da ich nicht weiß, ob sich Kondenswasser bildet, stelle ich zuletzt die Heimchendose mit dem Kokon etwas schräg. So will ich vermeiden, daß Kondenswasser eventuell auf den Kokon tropft. Ich bin gespannt, ob die Eier befruchtet sind und wie sich die Eier entwickeln werden.
Die Eier waren scheinbar nicht befruchtet. Aber es ist trotz allem interessant einen Nephila Kokon mal in den Händen gehabt zu haben. Eine wirklich erstaunliche Leistung der Spinne. Der Kokon erinnert vom Anfassen stark an Ohropax und ist sehr fest und robust.
Portrait 01/08 fertig gestelltes Radnetz 01/08 erste Beute im Radnetz 01/08
von der Seite 01/08 aus etwas Entfernung 01/08 Spinne auf Ihrer Wohnpflanze 01/08
pralle Spinne unter einem Blatt 03/08 Kokonbau! 03/08 schlank nach Eiablage 03/08
Kokon abgeschnitten 03/08 noch etwas mehr 03/08 rein in Heimchendose 03/08
Seramis + Küchenpapier 03/08 feucht machen und Deckel zu 03/08 schräg stellen (Kondenswasser) 03/08
Schnappschuß 03/08 noch einer mit Garten drauf 03/08 Portrait der Unterseite 03/08
Makroportrait 04/08