Spinnen und mehr bei Jörg Dallmann
Mein anfängliches Lasius Niger Volk besteht bei Erhalt Februar 2008 aus 1 Gyne (Königin) + ca. 10 Arbeiterinnen + ein paar bereits im Reagenzglas gelegten Eiern. Natürlich bin ich super happy! Nach etwas Überlegen entscheide ich mich für die etwas erzwungene Umsetzungsmethode. Nach dem Umsetzen in die Farm fällt mir sofort auf, daß alle Arbeiterinnen sich im Chaos um die Königin scheren. Sie be- gleiten sie sofort zu einer kleinen Mulde in einer Farmecke, wo sie sich gemeinsam versteckt halten. Eine halbe Schreckstunde später beginnen die Arbeiterinnen da- mit, die in der Farm verstreute Brut einzusammeln. Sie wird zur Königin geschafft.
Nach einer Woche der Untätigkeit im kleinen Ameisenvolk bemerke ich die ersten Arbeiterinnen, wie sie die Farmauskundschaften. Dabei lassen sich 1 bis 3 Ameisen beobachten. Um den Ameisen den Schlauch zur Arena zu zeigen, habe ich am Schlauchende zur Farm hin einen kleinen Honigtropfen angeboten (siehe Bild). Beim Naschen erwischt habe ich noch keine Ameise, aber es ist ja auch ein sehr kleines Volk und ich bin zuversichtlich, daß sie bei Bedarf einen Futterscout aussenden werden.
Formicarienanlage: L. Niger 02/08 bepflanzte Arena 02/08 Uhrmacherschalen als Napf 02/08 die Farm mit Sichtfolie 02/08
Heute ist der 25.02.08 und der wohl bisher ereignisreichste Tag im Leben meiner jungen Kolonie. Nachdem ich mit meinem Kumpel telefoniert habe, hat er mir den Vorschlag gemacht die Ameisen statt mit einem Tropfen Honig in den Schlauch zu locken, ein zerdrücktes Heimchen in der Arena anzubieten. Seine junge Lasius Niger Kolonie war ganz versessen auf die eiweißreiche Nahrung, die er direkt im Reagenzglas anbot, berichtete er mir. Ich bin zuerst zwar etwas skeptisch, weil die Entfernung zwischen Farm und Arena doch deutlich größer ist, als die in einem Reagenzglas, doch Probieren geht über Studieren. Also nehme ich ein kleineres Heimchen, das ich zerquetschte und in der Arena zu fressen anbiete. Ich bin für ein paar Stunden unterwegs gewesen. Als ich wiederkam werfe ich einen Kontrollblick in die Arena. Plötzlich bewegt sich das Bein des Heimchens. Ich wundere mich natürlich, aber als ich das Licht einschaltete sehe ich, wie 6 Arbeiterinnen dabei sind das Heimchen zu zerfleddern. Voller Überraschung beobachte ich das Geschehen für wenigstens eine Stunde. Nicht mein Honigtropfen hat die Ameisen in die Arena gelockt, sondern wie mein Kumpel vorgeschlagen hat ein zerquetschtes Heimchen! Aber mit was für einem durchschlagenden Erfolg dieses bei den Ants angekommen ist. Ich kann beobachten, wie das Heimchen deutlich an Umfang verloren hat. Geschickt kriechen die kleinen Arbeiter in den Chitinpanzer des Heimchens, um an die wertvolle Nahrung zu gelangen. Ich beobachtete wie für eine ca 12 Tiere starke Kolonie ein reger Verkehr im Verbindungsschlauch herrscht. Dabei fällt mir selbst als Laie der rege Informationsaustausch zwischen Scouts und fressenden Ameisen auf. Auch das legen einer durchgezogenen Duftspur auf dem Rückweg in die Farm durch "laufen mit gesenkten Abdomen" kann ich bei allen Ameisen beobachten, die die Arena Richtung Farm verlassen. Fasziniert verfolge ich auch das scheinbar durch Futteraufnahme stark angeschwollene Abdomen, was gegen das der umherlaufenden Scouts deutlich größer im Umfang ist. Bilder kann ich leider keine verwertbaren machen, da die noch sehr kleinen Lasius Niger nicht wirklich gut bis überhaupt nicht auf den gemachten Bildern zu sehen sind. Ich habe eben nur eine Digicam für durchschnittliche Anwendungen. Respekt vor den tollen Makroaufnahmen. Aber nichts desto trotz - es war ein wirklich ereignisreicher Tag! In Blau: Die derzeitige Unterkunft in der Farm in einer Mulde ;In Rot: Der angebotene Honigtropfen nahe der Farm ist über einen kleinen Holzsteg zu erreichen
03.03.2008 - heute habe ich ein frisches Heimchen zerschnitten angeboten. Eine Arbeiterin war nach einiger Zeit zur Stelle und hat den viel größeren Heimchenkopf in den Bau zu verschleppen versucht. Dabei ergriff sie die Fühler des Heimchens mit den Mandibeln und zog es so hinter sich her. Dabei ist sie auch vorangekommen. Nur auf dem Zweig zur Schlauchöffnung mußte sie aufgeben. Sie fiel mit samt des Heimchenkopfes vom Zweig dann versuchte sie es noch ein paar mal und gab schließlich auf. So transportierte sie einfach die Nahrung in ihrem Sozialmagen zum Bau. Schon beeindruckend, welche Kraft eine einzelne Ameise trotz des gescheiterten Versuchs aufbringen kann.
Am 03.04.2008 verfüttere ich nach etwa einwöchiger Pause wieder ein zerschnittenes Heimchen. Natürlich hatten die Ameisen in der Zeit Wasser, sowie Honiglösung bekommen. Nach einer viertel Stunde sind 4 Ameisen in der Arena mit der Nahrung zugange. Nach etwa einer halben Stunde zähle ich sogar 10 Ameisen! Das kann nur heißen, entweder sind alle Ameisen zum Futtererwerb in die Arena ausgeschwärmt oder die Gyne hat tatsächlich schon die ersten Imagos in der Farm ausgebrütet. Ich bin mir dabei unschlüssig, aber ich kann mir beides vorstellen, weil gewöhnlich immer ein paar Wächter bei der Königin bleiben. Andererseits hatten die Ameisen eine Woche keine Eiweißkost. Auf den Bildern sieht man Auszüge des heutigen Futtererwerbs. In Abbildung 1 sieht man wie eine Ameise den Flügel des Heimchens abzutransportieren versucht. In Abbildung 2 in rot erkennt man, daß 2 weitere Areiterinnen zum Abtransport des Flügels gekommen sind. In Blau sieht man 2 Ameisen, die sich am Kopf des Heimchens versuchen. Dabei packen sie die dünnen Fühler mit ihren Mandibeln und zerren den Kopf so weg. In gelb markiert ist eine weitere Ameise, die alleine Nahrung aus dem Körper des Heimchens schneidet. Oft sieht man, wie solche Ameisen mit Futterstücken in die Farm zurückkehren. Die Ameisen, die sich an größeren Objekten versuchen, sind meist erfolglos, da sie die großen Körperteile nicht abtransportiert bekommen. In Abbildung 3 und 4 erkennt man, wie der leichte Hautflügel des Heimchens schließlich von einer Ameise in die Farm abtransportiert wird. Irgendwie erinnert besonders Abbildung 3 an die tropischen Blattschneideameisen. Auf dieses kleine Kerlchen bin ich natürlich besonders stolz..
Abb. 1 Futterscouts 04/08 Abb. 2 mit ein paar Helfern 04/08 Abb. 3 Blattschneiderlasius??? :) Abb. 4 Hautflügelabtransport 04/08
Durch die letzte Vorstellung der Ameisen beflügelt füttere ich am 07.04.2008 ein lebendes kleineres Heimchen (keine Mikroheimchen). Erst bin ich skeptisch, ob die doch kleineren Ameisen das Heimchen überwältigen können. Zunächst attackieren einzeln umherlaufende Scouts das Heimchen. Dies bleibt jedoch ohne großen Erfolg. Das Heimchen kann sich immer wieder losreißen. Als mehrere Ameisen in der Arena zusammen kommen und zu viert das Heimchen angreifen, können diese es jedoch gut überwältigen. Zu meiner großen Verwunderung schaffen die vier es sogar das Heimchen in die Farm zu zerren. Obwohl dieses zwar schon erledigt ist, hat es doch einiges mehr an Umfang und Gewicht, als die Lasius Workerinnen. Trotzdem gelingt der Beutezug und das Heimchen erreicht sein Ziel - die Ameisenfarm.
Am 01.05.2008 entdecke ich beim Hochschieben der Folie, daß sich etwas im unteren Farmbereich direkt über der Seramisschicht tut. Ein paar einzelne Larven sind in einer kleinen Kammer gelagert. Eine Arbeiterin scheint die Larven zu versorgen. Da ich länger kein Wasser durch den Drenageschlauch nachgefüllt habe, gehe ich davon aus, daß die Farm im oberen Bereich etwas zu trocken für die Larven wurde und die Arbeiterinnen die Kammer unten, wo es noch am feuchtesten ist gegraben haben. Die Kammer ist senkrecht von der alten Kammer aus gebuddelt worden. Der Gang führt nicht an einer Scheibe entlang, trotzdem erkennt man hin und wieder etwas in der kleinen Kammer, wenn eine Arbeiterin vorbeiläuft oder Larven umgelagert werden.
In Blau die alte, bisher einzige Kammer, rot die Neue Die neue Kammer etwas größer aufgenommen
Seither ist noch nicht viel neues passiert. Es ist der 04.06.2008 und die untere Kammer ist nicht weiter ausgebaut worden. Auch sonst ist nichts Neues in der Farm geschehen. Ich kann lediglich beobachten, wie in der unteren Kammer hin und wieder Larven von Arbeiterinnen versorgt werden. Durch die Folie erkennt man aber nicht viel und ich muß die Folie beim Routinecheck immer etwas anheben. Mir ist trotzdem ein schönes Bild mit Makroaufnahme gelungen. Man sieht wie die Arbeiterinnen frischen Honig schlürfen. Zu acht stürzen sie sich auf den frischen Honig. Daneben liegen noch Futterreste herum. Sieht ein wenig Markaber aus mit dem Heimchenkopf, aber ich finde das Bild hat trotzdem etwas Besonderes. Wie immer kann man durch Draufklicken das Bild vergrößeren.
Am 28.10.08 entschließe ich mich das Volk zu überwintern. In den letzten Monaten hat sich an der Erdoberfläche, sowie in der Arena die Aktivität auf ein Minimum beschränkt, so daß nur sehr selten eine einzelne Arbeiterin zu sehen war. Dadurch ist es auch schwierig geworden einzuschätzen, wie groß die Population geworden ist. Auffällig ist jedoch, daß 2 kleinere Kammern ein wenig ausgebaut worden sind, in denen einige Ameisen mitsamt einem Eier- und Larvenberg zu sehen sind. Ich denke, daß die Population im Bau gewachsen ist und freue mich schon auf das kommende Jahr!
Nach 4 Monaten der Überwinterung entschließe ich mich meine junge Kolonie schon 2 Monate früher auszuwintern. Am 22.02.09 ist es dann so weit! Am Auffälligsten sind die zwei Kammern, die während der Überwinterung ausgebaut worden sind:
In Blau die alte, weiter ausgebaute Königinnenkammer, in Rot neu angelegte Kammer Blick in die Königinnenkammer mit Arbeitern
Am 23.02.09, einen Tag nach der Auswinterung kommen die ersten Workerinnen aus der Farm. Die Arena wird überall mit Duftspuren versehen und die ersten Ameisen bedienen sich am Honigtropfen, den ich in der Uhrglasschale angeboten habe.
Der 01.03.09 ist der bisher beeindruckendste Tag in der Haltung meiner Kolonie! Die verkürzte Winterpause hat sich keines Falls negativ auf die Ameisen ausgewirkt. Die Kleinen werden immer aktiver und als ich ein Heimchen anbiete wird mir die gewachsene Koloniegröße bewußt! Letztes Jahr war ich stolz, wenn sich 12 Ameisen in der Arena bei der Fütterung tummelten. Heute zählte ich 42! Ameisen in der Arena, wobei sich noch ca. 15 Ameisen sichtbar in der Farm aufhielten! Somit zählt meine Kolonie ca. 60 Individuen + Gyne! Ich denke das Ausmaß der Koloniegröße läßt sich nicht besser beschreiben. Deshalb hier einige Bilder der heutigen Fütterung!
Am 14.03., 2 Wochen ca. nach dem letzten Bericht sind 2 neue Kammern zu den zwei bisherigen Kammern hinzugekommen! Außerdem ist der Futterbedarf stark gestiegen, so daß ich alle 2 Tage ein Heimchen anbiete. Die Ameisen stürzen sich dann immer mit 20 bis 30 Tieren auf die Nahrung. An den Honig gehen die Ameisen zu jeder Zeit. Meist sind ein paar Ameisen rund um die Uhr mit der Nahrungsbeschaffung in der Arena beschäftigt. Es müssen wenigstens 20 sichtbare Larven mit Futter versorgt werden.
In rot: die alte Königinnenkammer; In blau: die alte Larvenkammer ist voll bestückt mit Larven und Eiern; In grün: eine neue Königinnenkammer (Königin mit rotem Punkt markiert); In lila: Eine zweite neue Kammer, die auch bereits als Larvenkammer dient
Am 03.04. fällt mir die rege Bruttätigkeit der Gyne besonders auf. In den Kammern lagern cira 100 Eier, säuberlich nach drei Entwicklungsstadien sortiert! Oberhalb davon lagern noch seperat etwa 20 Larven. Wer weiß schon, ob in den Gängen oder den nicht sichtbaren Kammern noch weitere Larven und Eier aufgetürmt sind? Es ist in jedem Fall eine erstaunliche Anzahl und ich meine jetzt den Zeitpunkt zu kennen, an dem die Ameisenbevölkerung zu explodieren scheint und von dem in vielen Haltungsberichten immer die Rede ist. An der Futtersuche hat sich nichts verändert. Tagsüber sind immer wenigstens 5 Ameisen in der Arena, um den Futterbedarf zu decken. Wenn ich frisches Futter gebe, sind immer um die 20 Ameisen in der Arena unterwegs. Es ist eigentlich immer irgendetwas los.
Mir ist noch eine Sache aufgefallen: Wenn eine Workerin Flüssignahrung aufnimmt, so braucht sie im Schnitt nur 3 Minuten, bis ihr Gaster voll und die einzelnen Segmente sichtbar werden.
Als ich am 07.04. die Kolonie mit einem Heimchen füttere, sind wie gewohnt ca. 20 Workerinnen in der Arena. Ich bekomme eine Stubenfliege zu fassen, die ich in 3 Teile geschnitten noch in die Arena dazu gebe. Die Auswirkung ist wirklich erstaunlich! Die Ameisen, die vorher am Heimchen zugange waren, lassen nun davon ab und widmen sich ganz der Stubenfliege. Ich weiß nicht, ob es an der Abwechslung des Futters liegt oder einfach die Tatsache, daß die Fliege in Natur sicher bessere Nahrung, als die in Dosen gezüchteten Heimchen aufnehmen kann. Fest steht, daß diese Futterabwechslung für meine Lasius ein Highlight ist! Ich überlege mir ähnliche Experimente mit Zitterspinnen, Motten und ähnlichen Futtertieren zu machen, sobald mir etwas geeignetes über den Weg läuft. Auch die Fütterung mit Zophobas und Mehlwürmern soll ein großer Erfolg sein, wie ich in einigen Ameisenforen erfahren habe.
Meine Futtertierexperimente gehen weiter. Nachdem ich recht erfolglos Mehlwürmstückchen angeboten habe, die die Ameisen mehr oder weniger unversehrt ließen, hat sich bei mir am 11.04. eine dicke Wespe in der Wohnung verirrt. Natürlich fing ich die Wespe ein und habe sie in mandibelgerechte Stückchen geschnitten und sie meinen Weibern angeboten. Schon nach Kurzem konnte ich bemerken, daß die Wespe den Kleinen mundete! Nach einer Stunde habe ich ca. 50 - 55 Ants in der Arena verbucht! Das ist der bisher größte Erfolg beim Anbieten von Futter! Ich bin der Überzeugung, daß frisch gefangene Futtertiere wie Wespen und Fliegen immer gegenüber Futterinsekten wie Heimchen und Mehlwürmer aus den Futtertierzuchten stark bevorzugt werden. Wenn man beobachtet mit welcher Hingebung die Ameisen bei frisch gefangenen Insekten in die Arena strömen, will man eigentlich nichts anderes als solche Futtertiere mehr anbieten. Neben den 50 - 55 Workerinnen in der Arena konnte ich noch ca. 20 Ameisen in der Farm ausmachen, so daß sich mein aktueller Ameisenbestand auf mindestens 70 Tiere + Gyne + ca. 20 Larven und einen Eierberg von bestimmt 100 Stück beläuft.
12.04. und schon wieder gibt es etwas zu berichten. Als ich heute meine Eltern besuche, fällt mir ein Rosenbusch auf, an dem an einigen Zweigen hunderte Blattläuse sitzen. Natürlich denke ich an meine Lasius und zwacke zwei Zweige ab. Lasius Niger betreibt in der Natur Blattlaushaltung. Das heißt die Ameisen fressen die Blattläuse nicht, sondern ernähren sich von den süßen Auschscheidungen der Blattlaus. Ist die Kolonie noch kleiner werden Blattläuse jedoch auch gefressen. Als ich die beiden Rosenzweige in die Arena lege beginnen die Lasius einzelne Blattläuse zu packen und in den Bau zu schleppen. Ich hätte mir aber von dieser Nahrungsquelle durchaus mehr versprochen. Leider haben die Läuse die Arena an allen Wänden erklommen und dabei sind viele an der Parifinschicht eingegangen. Jetzt muß die Arena ersteinmal gesäubert werden vor lauter an den Scheiben klebenden Blattläusen. Ich denke in der Natur ist es vielleicht ein Phänomen, wie die Lasius ihre Blattläuse halten, fressen oder melken, aber im Formicarium macht es viel Dreck und nachher hat man mit der Reinigung zu kämpfen. Besonders wegen der Parifinölschicht.
Blattläuse als kleine Futterabwechslung einer der mit Blattläusen übersäten Rosenzweige
Am selben Tag mache ich noch ein paar Aufnahmen von den Fortschritten des Farmbaus. Die lila und blau eingefärbte Kammern berühren sich fast sichtbar. Im Bau sind sie natürlich miteinander und mit den anderen beiden Kammern verbunden. Die Grüne und Rote Kammer sind jedoch nicht mehr ausgebaut worden. Es ist trotz allem schon schwer vorstellbar, daß circa 70 Ameisen in der Farm leben. Das innere der Farm muß weiter ausgehöhlt sein, als man von aussen sieht.
16.05.: Weil ich den Ameisen Wasser in einem Wasserspender für Vögel anbiete, (was auch sehr praktisch und vorteilhaft ist) der Spender letzte Woche aber undicht geworden ist, wurde somit auch ein Teil der Arena sehr feucht. Das stellt für die Ameisen überhaupt kein Problem dar. Sie halten sich sogar gerne an den feuchten Stellen der Arena, sowie unter dem defekten Wasserspender auf. Allerdings bemerke ich, daß die Kleinen nun auch am Rand eines der beiden Kakteen in der Arena zu graben beginnen (siehe unten stehende Bilder). Wegen der feuchten Sand-Lehmmischung in der Arena scheint für die Ameisen unter dem Kaktus ein geeigneter Platz für ein Zweignest abseits der Farm zu sein. Die Ants graben wie die Weltmeister! Das gefällt mir allerdings nicht. Da die Arena sowieso mal gereinigt werden müßte und von der Läusefütterung noch viele Leichen in der Arena liegen entschließe ich mich für eine Generalsäuberung der Arena mit Auswechslung des Bodengrundes. Um die Ameisen aus der Arena zu bekommen, habe ich meine Methode. Ich puste immer wieder in die Arena hinein. Somit fliehen die meisten Ants in die Farm. Es stellt sich allerdings als unmöglich heraus. Mein Volk ist groß genug, daß immer wieder neue Ameisen aus der Farm, in die Arena zu kommen versuchen. Also stöpsel ich die Arena ab und schließe den Schlauch mit einen Propfen. Die circa zehn, in der Arena verbliebenen Ameisen fische ich mit einem Flimdöschchen, Ameise für Ameise heraus und sammel sie in einem verschließbaren Glas, bis die Arena wieder bezugsfertig ist. Die gründliche Säuberung der Arena hat Sinn gemacht. Nachdem der alte Bodengrund entfernt ist, die Arena ausgewaschen und lupenrein geputzt ist, ist es Zeit für die Neubefüllung der Arena. Ich habe mich absichtlich nicht wieder für die Sand-Lehmmischung entschieden. Ich wollte einen viel helleren Bodengrund, damit man die Kleinen auch besser erkennen kann. Also habe ich mich dazu entschlossen "Namibia Terra Terrariensand" in weiß und einer Körnung von 0,1 - 0,5 mm zu verwenden. ACHTUNG: Niemals Vogelsand verwenden! (chemische Zusätze wegen des Vogelkots). Nachdem der Sand eingesträut ist und die Arena standardgemäß hergerichtet ist, setze ich die Ameisen, die ich per Hand einfangen mußte wieder in die Arena und verbinde Farm und Arena. Mit neuem Futter lassen sich innerhalb kürzester Zeit ca. 20 Ameisen in die Farm locken, die diese schnell inspizieren, aber sich gleich ans Fressen machen.
Ausgrabungen in der Arena unter einem Kaktus viel besserer Kontrast zu den Ameisen: Die neu eingerichtete Arena mit weißen Sand
Testweise stelle ich gleich eine dritte Futterschale auf. Diese ist mit Protein Jelly gefüllt, das sich auch für Ameisen eignet. Allerdings bleibt das Protein/ Eiweiß Jelly unberührt. Die Ameisen stürzen sich deutlich auf die frische tierische Nahrung in Form eines Heimchens (Bilder unten). Ich bin sehr zufrieden mit der Wahl des Sandes für die Arena. Die Ameisen lassen sich um einiges besser ausmachen und mit dem bloßen Auge verfolgen, als mit der alten, dunkleren Sand-Lehmmischung. Auch auf meinen Bildern ist jetzt noch mehr zu erkennen. Als ich eine neue Volkszählung in der Arena beim Füttern durch- führe, komme ich wieder auf einen neuen Rekord. Mittlerweile befinden sich 69 Ameisen in der Arena und zahlreiche andere, die ich nicht wirklich zählen kann in der Farm. Ich kann nur schätzen, daß es über 100 Ameisen sein müssen - vielleicht sogar mehr. Die Eier- und Puppenkammern sind voller denn je. Ich zähle in der Farm 60 Puppen (an der Scheibe sichtbar) und einige Eierberge. Entsprechend ist der Futterbedarf angestiegen. Ein Heimchen pro Tag ist mittlerweile ein Muß. Die Ameisen gehen jeden Tag aufs Neue mit wenigstens 50 Arbeiterinnen an das Futter. Zu jeder Tages- und Nachtzeit durchstöbern wenigstens 20 Ameisen die Arena. Lasius Niger sind wirklich sehr aktiv und ich bin immer wieder aufs Neue von den Kleinen überrascht. Außerdem gibt es noch zu erwähnen, daß aus den ehemals 4 großen Kammern in der Farm mittlerweile 6 Kammern geworden sind. (siehe untenstehende Bilder)
die ersten Ants gehen ans Futter nach dem Arenaumbau das Protein Jelly wird verschmäht
viel bessere Bilderqualität mit dem kontrastreichen.. ..hellen Sand von "Namibia Terra" - ACHTUNG: niemals Vogelsand verwenden
immer mehr Ameisen kommen ans Futter viel besserer Kontrast zu den Ameisen: Die neu eingerichtete Arena mit weißen Sand
und es werden immer mehr.. ...und mehr Ameisen an der Futterschale...
..schließlich sind 69 Ameisen in der gesamten Arena verteilt aktuelles Aussehen der Farm
18.05.: Bei der heutigen Fütterung ist der "Ants enter the Arena" Rekord wieder einmal gebrochen worden. Ich konnte diesmal 75 Ameisen zählen, die sich zur gleichen Zeit in der Arena aufhielten! Außerdem sind bestimmt 30 Puppen farblich kurz vor dem Schlüpfen, daß bestimmt sehr bald noch mehr los sein wird. Aber am eindruckvollsten ist im Moment der Status der Eier. Ich kann nicht wirklich zählen, um wieviele es sich handelt, aber es sind 4 große Eierberge in den verschiedensten Entwicklungsstadien zu sehen.
24.05.: Gestern fütterte ich meine Ameisen und konnte 80 Ameisen in der Arena zählen. Eine weitere Zahl spricht für sich: 110 Puppen konnte ich in der Farm ausmachen. Eierberge gibt es auch, aber vor lauter Puppen konnte ich nur zwei ausmachen. Allmählich verbraucht meine Ameisenkolonie im Schnitt mehr Futter, als meine Vogelspinnen zusammen benötigen. Das heißt: Jeden Tag ein adultes Heimchen oder alle zwei Tage sogar zwei adulte Heimchen. Den Futterbedarf erkennt man recht gut, indem man beobachtet, wie schnell sich die Arena nach dem Bereitstellen des Futters füllt. Wenn nur wenige Ameisen nach 15 Minuten an das Futter gehen, (das sind bei mir im Moment etwa 40) ist die Kolonie überversorgt. Wenn doppelt so viele Ameisen in die Arena strömen, war es Zeit für eine Mahlzeit. Da nur die Innereien der Heimchen verspeist werden, kann man auch gut an den Heimchen sehen, wieviel gefressen wurde. Sind die Heimchenscheiben also von innen hohl und nur die harte Aussenhülle übrig, hatten die Mädels Hunger. Ein anderes Beispiel: Eine Scheibe Brot, ißt man von innen nach außen läßt die und die Kruste übrig. So siehts Heimchen aus, wenn eine Kolonie Futter braucht ;)
17.06.: Im Augenblick gibt es nicht sehr viel zu berichten. Die Massen an Arbeiterinnen, die zuvor an das Futter gingen sind nicht mehr vorhanden. 20 Nahrungssammler sind der Durchschnitt. Ich weiß nicht woran das liegt. Die Kolonie schein jedenfalls weiter zu wachsen und gedeihen. So sind mir heute wenigstens 30 geöffnete Puppenhüllen an der Farmoberfläche aufgefallen. Ob die Kolonie im Moment wirklich weniger proteinhaltige Nahrung benötigt? Ob das vielleicht daran liegt, daß die meiste Brut zur Zeit im Puppenstadium ist? Ich bin gespannt, wann die Arena wieder von vielen Arbeiterinnen gestürmt werden wird.
Nach längerem gibt es am 17.09. mal wieder Neuigkeiten! Die Ameisen haben sich - natürlich, vermehrt. Das Ausmaß ist sehr ordentlich. Fast der gesamte untere Farmbereicht ist unterhöhlt und besiedelt. Wieviele Ameisen? Das kann ich nicht mehr sagen. Eventuell um die 400 oder mehr. Die Tränke habe ich mit einer Unterlage versehen. Das soll verhindern, daß die Ameisen Sand zur Tränke schleppen und diese dann immmer ausläuft. Es klappt sehr gut! Ein paar Bilder:
Tränke mit der Unterlage 08/09 Farmausbau 08/09 Farmausbau, etwas größer 08/09
Der Tag der Einwinterung ist am 8.10. gekommen. Ich habe etwas abgewartet, da die Kolonie in den letzten beiden Wochen noch für mehr Platz in der Farm gesorgt haben und ordentlich Aushub geschaffen haben. Nun soll es jedoch für dieses Jahr gewesen sein. Hier noch 2 Bilder des aktuellen Standes der Farm:
Farm vor der bevorstehenden Winterpause 08/10 und noch etwas näher 08/10
Nach 2,5 Monaten erkläre ich die Miniwinterruhe für beendet. Viel zu groß ist die Neugierde und letztes Jahr hat eine verkürzte Überwinterung ebenfalls nicht geschadet. Deshalb entschließe ich mich zum Auspacken und Wiederherrichten.
Am 15.01.10, einige Tage nach der beendeten Winterruhe gebe ich das erste Futter. Erst sind es nur etwa 100 Ameisen, die sich auf die Futtersuche in der Arena begeben, doch nur einen Tag später bei einer erneuten Zählung erreichen die in der Arena futtersuchenden Ameisen 350 Individuen! Natürlich greife ich sofort zur Digicam, um Euch dies zu dokumentieren. Es ist ein wirbelder Haufen, der ganze 2 adulte Futterheimchen komplett mit Körpern bedeckt. Anschließend am nächsten Tag sind beide Heimchen von innen ausgehöhlt. Das Honigwasser findet in den ersten Tagen wenig Beachtung. Aber das pendelt sich auch von Tag zu Tag ein, so daß bis zu 30 Ameisen gleichzeitig trinken. Achja, während ich 350 Ameisen in der Arena ausmachen konnte, befanden sich nach vorsichtigen Schätzungen wenigstens noch 200 Ameisen in der Farm. Ich habe im Moment eine Gesamtpopulation von mindestens 500, eher noch mehr Ameisen. Die Eier- und Larvenzahl dürfte sich insgesamt auch auf mehr als 100, eher 150 bis 200 erhöht haben. Die Gyne scheint also von der verkürzten Winterzeit nicht negativ beeinflusst worden zu sein. Und hier natürlich die versprochenen Bilder. Wie immer kann ich nur sagen, die Wirklichkeit ist noch wesentlich beeindruckender, als die einzelnen Standbilder. Das Gewusel ist eben nicht zu beschreiben..
Arena 350 Ameisen auf Futtersuche. 2 adulte Heimchen werden vertilgt. 01/10 Farm mit über 200 weiteren Ameisen 01/10
Am 24.01.10 muß ich einfach wieder Neuigkeiten posten, da sich einiges getan hat. Die Ameisen gehen
genauso stark auf Futtersuche, wie zuvor, allerdings wird jetzt auch verstärkt Honigwasser angenommen, wie unten stehende Bilder
zeigen. Ich konnte 70 Ameisen an der Honigschale zählen. Der Futterbedarf an Heimchen hat sich auf 3 bis 5 adulte
innerhalb der letzen Woche erhöht. Die Heimchen sind am nächsten Tag vollständig ausgehöhlt.
Ebenso beeindruckend ist die Anzahl der Puppen, die ich vorsichtig auf 400 bis 500 schätze. Vorstellbar und durchaus möglich
wären aber auch 600 Puppen. Larven und Eier kann ich nicht genau schätzen, da die Puppen sehr viel Platz einnehmen. Die Bilder
der Farm zeigen den schnellen Nestausbau und die bis zur Decke gestopften Puppenkammern. Ich bemühe mich Euch auch bald Videos
zu zeigen. Versprochen ist versprochen.
70 Arbeiterinnen trinken von dem süßen Honigwasser 01/10
neue Futterschale für Protein 01/10
400 bis 500 Puppen 01/10
Der Tag der Rekorde - als ich am 26.01. die Kolonie begutachte, also bloß 2 Tage nach dem ich 400 bis 500 Puppen in der Farm gezählt habe, kann ich heute noch einmal etwa 150 mehr bestaunen. Deutlich wird es wenn man die beiden Farmaufnahmen vergleicht, also die von heute und vorgestern. Es ist gut zu sehen, daß auf dem Farmboden eine ganze Menge Puppen hinzuge- kommen sind. Im Moment ist es einfach nur erstaunlich, was sich bei den Kleinen tut. Zur Zeit beläuft sich die derzeitige Puppenzahl also auf 550 bis 650. Irre, wenn die alle demnächst schlüpfen werden. Dann gab es noch einen neuen Rekord. Bei der heutigen Fütterung konnte ich in der Arena auf der Anwesenheitsliste 450 Arbeiterinnen vermerken. Also wieder einmal 100 mehr Arbeiterinnen, als bei der Fütterung zur Auswinterung. Ich könnte mir gut vorstellen, daß ich die 1000er Marke geknackt habe, bzw. ganz nah davor stehe.
Und nun wie versprochen die ersten Videos meiner Lasius niger Kolonie:
Nun ist wieder einmal bloß eine Woche vergangen (02.02.10) und ich
habe schon wieder Neuigkeiten hinzuzufügen. In der Farm wurde nämlich
eine neue Kammer gebaut, die (wie soll es anders sein) als
Puppenkammer genutzt wird. Die Kammer habe ich Euch eingerahmt.
Meinen Schätzungen zur Folge sind noch einmal etwa 200 Puppen
hinzugekommen. Damit dürften sich jetzt 750 bis 850 Puppen in der
Farm befinden. So langsam frage ich mich, wie diese rasante
Vermehrung möglich ist. Die Gyne scheint den ganzen Tag nichts
anderes zu machen, als frische Eier zu produzieren. So ist auch ein recht
großer Eierberg zu sehen. Ich bin gespannt wann meine vielen Puppen
schlüpfen werden. Ihr werdet sicher in Kenntnis gesetzt.
11.11.10 Lange Zeit habe ich mich nicht mit Neuigkeiten gemeldet. Nun, kurz vor der bevorstehenden Überwinterung habe ich noch ein paar Bilder gemacht, die zeigen, wie eindrucksvoll die Kolonie nach dem Schlupf Hunderter neuer Worker gewachsen ist. Das Nest ist nahezu voll, was auch der Grund ist, weshalb Parifinöl als Ausbruchschutz für mich unbrauchbar geworden ist. Ein Ausbruch nach dem Nächsten hatte zur Folge, daß mir hunderte vielleicht sogar 1000 Worker abhanden gekommen sind. Dafür sind alle Blumentöpfe auf der Fensterbank nun durchgraben worden. Um Herr der Lage zu werden, habe ich die Meisen in Winterruhe geschickt. Eine umgebaute Arena soll nächste Saison als Nest dienen. Das Volk ist aus Grund der vielen Ausbrüche merklich geschrumpft, denn Ameisen, die einmal auf der Fensterbank verschwunden sind, sind irgendwann zu Grunde gegangen. Natürlich ist das nicht schön, aber ich muß leider sagen, daß selbst die qualitativ hochwertigen Antstore Nester und Formicarien nicht 100 prozentig geeignet sind, um die kleinen Lasius niger aufzuhalten. Es gibt immer winzige Lücken und nun habe ich am eigenen Volk erfahren, wie stark der Drang von Ameisen sein kann auszubrechen. Einen Tag nur, nachdem ich das Parifinöl erneuert habe, haben hunderte Ameisen das Öl mit Sandstückchen ausgelegt, um so darüber zu laufen. Mal schauen, was mir nächstes Jahr einfällt, jedenfalls muß PTFE oder Talkum her. Nun erfreut Euch aber erst einmal an den Bildern:
Anabolika im Futter?
Fütterung
Fütterung die 2te
Die derzeitge Anlage
Arenaumbau zum Nest
etwas Detailierter
Der alles sagende Blick ins Hauptnest..
Und nun erst einmal Abwarten wozu ich mich 2011 entschließe. Vielleicht lasse ich die Kleinen frei, vielleicht versuche ich den Ausbruchschutz auch zu verstärken. Vielleicht sind nach den Ausbrüchen jetzt auch so wenige Ameisen im Nest, daß es zu keinen Ausbrüchen mehr kommen kann. Gedanken über Gedanken. Mal schauen, was der Winter bringt. Ich gebe Euch in jedem Fall bescheid.