Spinnen und mehr bei Jörg Dallmann

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Chilobrachys guangxiensis


Herkunft: Thailand, Laos, südl. China

Lebensart: unterirdisch, kann trotzdem ausgezeichnet klettern, wenig erforscht

Körpergröße (ohne Beine): bisher 5 cm (ich beobachte weiter), keine verlässlichen Grössenangaben vorhanden

Wesensart: flüchtet bei der kleinsten Störung,

Beschreibung: ockerbraun gefärbte Spinne, kurze Behaarung

Terrarium: Quellen: 20 x 30 x 20, meiner Meinung sind wenigstens 30 x 30 x 30 erforderlich

Einrichtung: Erde, ruhig ein wenig tonhaltig 10 cm oder nach Möglichkeit noch mehr in das Terrarium einfüllen und andrücken. Man kann dem Tier eine Höhle mit den Händen vorbohren. Um die Spinne später zu beobachten ist es sinnvoll die Vorgrabung an der Frontscheibe vorzunehmen. Ein immer gefüllter Wassernapf darf nicht fehlen. Mit einer Terrariumbeleuchtung tun Sie dem Tier keinen Gefallen, da es unterirdisch lebt und das Licht scheut. Besser ist eine Lampe, die man zur Beobachtung des Tieres manuell ein- und ausschaltet. Die Luftfeuchtigkeit kann um die 80% liegen und somit der Bodengrund ein wenig feucht sein. Auf keinen Fall so feucht halten, daß die Scheiben von innen beschlagen. Eine Ecke des Terrariums sollte feuchter sein, als der Rest damit die Spinne entscheiden kann, wo sie sich aufhält.

Eignung: Für den couragierten Fortgeschrittenen oder Profi geeignet. Die Bedinungen für die Spinne sind mit etwas Kontrolle leicht zu schaffen und zu halten, aber die Spinne ist wenig erforscht, so daß man sich noch um einige Punkte streitet. Diesbeszüglich rate ich Spinnenneulingen von diesem Tier ab. Ein anderer Grund dafür ist, daß die Spinne sehr zurückgezogen in ihren unterirdischen Gängen lebt. Einem Ersthalter wird solch eine Spinnenart sehr schnell zu langweilig. Es gibt wesentlich aktivere und farbenvollere Spinnenarten, die einem Spinnenneuling sicherlich mehr Freude bereiten. Ich habe das Tier schon zeitweise für ein ganzes halbe Jahr nicht zu Gesicht bekommen, bis es schließlich zum Nahrungserwerb aus seinem Bau herauskam.

Mein Tier kaufte ich als juveniles Tier von einem bekannten Züchter (Thomas Vinmann). Dem Züchter zufolge gräbt die Spinne nicht. Das kann ich allerdings nicht bestätigten. Obwohl Thomas Vinmann ein sehr kompetenter Züchter mit viel Verlass ist, muß ich seinen Angaben zu der Spinne widersprechen. Nach dem Erwerb gab ich der Spinne die Möglichkeit sich einen Unterschlupf auszubauen. Sie vekroch sich darin und machte die Seiten mit Bodengrund zu. (Siehe erste Bilder) Danach sah ich die Spinne 6 Monate nicht. Sie hatte sich unter dem Unterschlupf aus Kork einen Tunnel etwa 10 cm Tief gegraben. Ich budelte die Spinne aus und fand sie schlecht ernährt vor. Deshalb beschloss ich den Korkunterschlupf ganz zu entfernen. Nach dieser Aktion sponn sie sich auf dem Boden einen riesen Teppich aus Spinnseide, worin sie eigene Wohnunterkünfte anlegte. Jetzt konnte sie auch wieder Beute machen und das Abdomen füllte sich recht bald. Die Spinne ist eher lichtscheu. Es ist noch nicht geklärt, ob Chilobrachys Guangxiensis boden- und/oder baumbewohnend lebt. Meinen Beobachtungen zufolge ist Chilobrachys Guangxiensis sehr exzellent im Klettern, scheut jedoch das Licht. Ich denke sie lebt unterirdisch mit der Fähigkeit auch kletternd Beute zu machen. Diese Spinne wirft noch einige Rätsel auf. Für mich hat sich in jedem Fall eine Haltung ohne Versteckmöglichkeit, aber mit hohen Bodengrund als erfolgsversprechend durchgesetzt. Ich halte es für sinnvoll, daß die Spinne sich Unterkünfte nach eigenem Ermessen anlegt. Auch Klettermöglichkeiten kann man anbieten, wenn diese auch nur zur Futterjagd genutzt werden und teilweise stark ausgesponnen werden.

                           

Terri meiner C. Guangxiensis 02/07                      am Wassernapf 03/07                           ausgesponnene Wohnhöhle 03/07

                           

  Höhle mit Erde getarnt 07/07                                   Terriumbau 01/08                                   gesponnene Wohnhöhle 01/08

                           

                endlich lauert C. Guangxiensis wieder Beute auf 01/08                                                  Netzausmaße 03/08

                           

          auf der Lauer 03/08                                              Portrait 03/08